Donnerstag, 7. August 2014

Nachtrag zur Sommerfärberei - BLAU

Die Blaufärbung war am Sonntag nicht so richtig gelungen. Nur ein müdes lila-grau schimmerte auf der Wolle und der Seide obwohl der Waid vorzüglich gewachsen war, allen Witterungen und Schneckenüberfällen getrotzt hat und wunderbar grün im Bauerngarten des Museums stand. Bei der Herstellung der Färbeflotte blitzelte sogar blauer Schaum, der sich aber dann wieder verkrümelte. So richtig ist mir nicht klar, was ich falsch gemacht habe. Darum habe ich gleich zwei Tage später noch einmal alle Gerätschaften bei mir zu Hause aufgebaut und los ging die ganze Kocherei noch einmal. Ich hatte genau noch 300g frische, dunkelgrüne Waidblätter:
17:00 Uhr: Waid schneiden, in kochendes Wasser geben, schnell abkühlen lassen; Seht Ihr auf dem Bild, wie sich die Blume gebildet hat?

 
19:00 Uhr: 30 Minuten kräftig Luft in die Suppe geschlagen, so dass ein dicker hellblauer Schaum entstand. (Vielleicht war das der Fehler, nicht genug geschlagen?!)
 
19:30 Uhr: 1 Stunde ruhen lassen
20:30 Uhr: Los geht's! Igelmäßig vorsichtig die Wolle und die Seide in die Flotte gleiten lassen. Gut beschweren, damit nichts hochkommt und nichts zu früh verblaut.


 
21:30 Uhr: TATA!!!! Es hat geklappt! Der Klockenhäger Waid färbte ein wunderbares himmelblau!

 
22:00 Uhr: Es wird langsam dunkel und ich muss langsam an die Aufräumerei denken. Insgesamt habe ich ca. 50 g Wolle, 1 Baumwoll-T-Shirt, 20g Baumwollgarn, mehrere Baumwollstoffstückchen (in der tollen Knotentechnik), ein 90x90 Seidentuch und eine Seidenkordel in herrlichstem himmelblau gefärbt. Ich finde, das ist für 300 g ganz gut. Die Flotte war danach aber auch völlig fertig.
Leute, ich bin glücklich, dass es nun doch noch geklappt hat!
Vielen Dank an die Gärtnerin, die uns mit ihrer Mühe sehr geholfen hat. Nun ist bewiesen, auch Waid aus Mecklenburg-Vorpommern kann blau färben. Und eigentlich ist doch himmelblau genauso schön wie dunkelblau.
Eure auf einer himmelblauen Wolke schwebende jungine :-)
 
 

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